Gotthold Ephraim Lessing

Ein trunk'ner Dichter leerte

Sein Glas auf jeden Zug; Ihn warnte sein Gefaehrte:

" Hoer auf! Du hast genug." Bereit vom Stuhl zu sinken,

Sprach der: " Du bist nicht klug; Zu viel kann man wohl trinken,

Doch nie trinkt man genug."

Die Staerke des Weines.

Gotthold Ephraim Lessing

Wein ist staerker als das Wasser; Dies gesteh'n auch seine Hasser. Wasser reisst wohl Eichen um,

Und hat Haeuser umgerissen; Und ihr wundert euch darum,

Dass der Wein mich umgerissen ?

Der Alte und der Junge Wein.

Gotthold Ephraim Lessing

Ihr Alten trinkt, Euch jung und froh zu trinken, Drum mag der junge Wein Fuer Euch, Ihr Alten, sein.

Der Juengling trinkt, sich alt und klug zu trinken. Drum muss der alte Wein Fuer mich den Juengling sein.

An den Wein.

Gotthold Ephraim Lessing

Wein, wenn ich dich jetzo trinke, Wenn ich dich als Juengling trinke,

Sollst du mich in alien Sachen Dreist und klug, beherzt und weise, Mir zum Nutz' und dir zum Preise;

Kurz, zu einem Alten machen.

Wein, wenn ich dich kuenftig trinke, Werd' ich dich als Alter trinken,

Sollst du mich geneigt zum Lachen, Unbesorgt fuer Tod und Luegen, Dir zum Ruhm, mir zum Vergnuegen,

Kurz, zu einem Juengling machen.

Dithgrambe

Friedrich Von Schiller

Nimmer, das glaubt mir, nimmer erscheinen die Goetter,

Nimmer allein. Kaum dass ich Bacchus, den Lustigen, habe, Kommt auch schon Amor, der laechelnde Knabe,

Phoebus, der Herrliche, findet sich ein. Sie nahen, sie kommen, die Himmlischen alle, Mit Goettern erfuellt sich die irdische Halle.

Sagt, wie bewirt' ich, der Erdgebor'ne,

Himmlischen Chor? Schenket mir euer unsterbliches Leben, Goetter ! was kann euch der Sterbliche geben?

Hebet zu eurem Olymp mich empor! Die Freude, sie wohnt nur in Jupiter's Saale; O fuellet mit Nectar, o reicht mir die Schale!

Reich' ihm die Schale! Schenke dem Dichter,

Hebe, nur ein! Netz' ihm die Augen mit himmlischem Thaue, Dass er den Styx, den verhassten, nicht schaue,

Einer der Unsern sich duenke zu sein. Sie rauschet, sie perlet die himmlische Quelle, Der Busen wird ruhig, das Auge wird helle.

Punschlied.

Friedrich Von Schiller

Vier Elemente,

Innig gesellt, Bilden das Leben,

Bauen die Welt.

Presst der Citrone

Saftigen Stern! Herb ist des Lebens

Innerster Kern.

Jetzt mit des Zuckers Linderndem Saft

Zaehmet die herbe Brennende Kraft!

Giesset des Wassers Sprudelnden Schwall!

Wasser umfaenget Ruhig das All.

Tropfen des Geistes

Giesset hinein! Leben dem Leben

Gibt er allein.

Eh' es verduftet, Schoepfet es schnell!

Nur wenn er gluehet, Labet der Quell.

Die stille Freude wollt ihr stoeren?

Lasst mich bei meinem Becher Wein! Mit andern kann man sich belehren,

Begeistert wird man nur allein.

Johann Wolfgang von Goethe.

Aus dem Feuerquell des Weines, Aus dem Zaubergrund des Bechers Sprudelt Gift und suesse Labung; Sprudelt Schoenes und Gemeines: Nach dem eig'nen Wert des Zechers, Nach des Trinkenden Begabung.

In Gemeinheit tief versunken

Liegt der Thor, vom Rausch bemeistert; Wenn er trinkt - wird er betrunken,

Trinken wir - sind wir begeistert! Spruehen hohe Witzesfunken,

Reden, wie mit Engelszungen, Und von Gluth sind wir durchdrungen,

Und von Schoenheit sind wir trunken!

Denn es gleicht der Wein dem Regen, Der im Schmutze selbst zu Schmutz wird,

Doch auf gutem Acker Segen

Bringt, und jedermann zu Nutz wird.

Friedrich Bodenstedt.

Weinlied.

OTTO roquette.

Das war zu Assmannshausen

Wohl an dem kuehlen Rhein, Da zog ich frisch und Wohlgemuth Zum alten Thor hinein.

Zu Assmannshausen waechst ein Wein, Ich meint', das muesst' der Beste sein, Der Assmannshaeuser Wein.

Und als ich kam zum Niederwald,

Da sah ich Ruedesheim, Da war's so lustig und so schoen, Ich meint', ich waer' daheim.

Zu Ruedesheim, da waechst ein Wein, Ich meint', das muesst' der Beste sein, Der Wein von Ruedesheim.

Und weiter ging's nach Geisenheim,

Da baut'ich Huetten gern. Doch schon erglaenzt Johannisberg - O aller Sterne Stern !

Ja troeste dich, du armer Wicht, Johannisberger schenkt man nicht, Als nur besternten Herrn.

Nun sagt mir eins, ist das wohl recht

Von dem besternten Tross, Dass er den allerbesten Wein

Dem durst'gen Mund verschloss?

Das Beste, das im Lande waechst, Verschliessen, gleich als waer's verhext - Ei, was mich das verdross !

Und gebt ihr nicht das Beste gleich,

Das Gute bleibt uns noch, Die bess're Sorte zoegert nicht, Das Beste kommt uns doch.

Drum trinket, bis kein Tropfen mehr, Zuletzt muss doch das Beste her, Durst sprengt des Fasses Joch !

Trinkt Wein ! das ist mein alter Spruch Und wird auch stets mein neuer sein; Kauft euch der Flasche Weisheitsbuch, Und sollt es noch so theuer sein !

Als Gott der Herr die Welt erschuf, Sprach er: der Mensch sei Koenig hier !

Es soll des Menschen Haupt voll Witz, Es soil sein Trank voll Feuer sein!

Dies ist der Grund, dass Adam bald Vom Paradies vertrieben ward: Er floh den Wein, d'rum konnt' es ihm In Eden nicht geheuer sein!

Die ganze Menschheit ward vertilgt,

Nur Noah blieb mit seinem Haus,

Der Herr sprach: weil Du Wein gebaut,

Sollst Du mein Knecht, mein treuer sein.

Die Wassertrinker seien jetzt Ersaeuft im Wasser allzumal, Nur Du, mein Knecht, sollst aufbewahrt Im hoelzernen Gemaeuer sein!

Mirza-Schaffy! Dir ward die Wahl In diesem Falle nicht zur Qual; Du hast den Wein erkuert, willst nie Ein Wasserungeheuer sein!

Friedrich Bodenstedt.

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Life of Jane Welsh Carlyle,

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The publication of this book is a literary event. It is a remarkable biography of a wonderful woman, written and compiled by one in thorough sympathy with her subject, from material made public for the first time. The powerful side-light it throws upon the life and character of Thomas Carlyle will make the volume indispensable to all who venerate the genius, or are interested in the personality, of the Sage of Chelsea.

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The Table:

How To Buy Food, How To Cook It, And How To Serve It.

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This work is endorsed by the Delmonicos. Mr. Filippini's experience in culinary art is probably greater than any living man's. The results of a lifetime of careful study are here embodied. It is infinitely greater than a mere cook-book, for while it gives many more recipes than any other work of the kind ever published, at the same time it contains invaluable advice as to how to buy what is best and most economical, and how to dress a table and serve meals. In large families the price of the work can be saved daily by following Mr. Filippini's suggestions. One of the exceptional features of this book is the fact that it is adapted to the humblest as well as to the grandest style of living. No matter where placed it will pay for itself many times over.

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